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Die Hoffnung lebt weiter

Ein Nachruf auf Klaus Theo Schröder | Von Jürgen Großmann und Detlef Prinz

Tief betroffen waren wir, als wir Mitte Februar vom plötzlichen Ableben unseres Kollegen Dr. Dr. h.c. Klaus Theo Schröder erfuhren. Er war nicht nur ein engagierter Mitstreiter im Kampf gegen die Krankheit ALS, sondern zuallererst auch ein guter Freund an unserer Seite. Er war ein Mensch mit einer beeindruckenden Persönlichkeit und wir vermissen ihn schmerzlich. Seiner eigenen schweren Krankheit zum Trotz setzte er sich bis zuletzt unermüdlich für andere Menschen ein. Im zurückliegenden Jahr haben wir gemeinsam die Initiative »Hilfe für ALS-kranke Menschen« ins Leben gerufen, deren Grundstein mit einem offiziellen Auftakt am 5. Oktober 2011 erfolgreich gelegt wurde. Über die Gala-Veranstaltung berichtete die ALS-Hilfe 01.

Klaus Theo Schröder (* 5. Februar 1948 in Moers; † 12. Februar 2012)
Foto: Christian Kruppa

Nun müssen wir leider auf die unbestechliche Expertise unseres couragierten Kollegen Klaus Theo Schröder verzichten, der uns mit seiner langjährigen Erfahrung im Gesundheitswesen zur Seite stand und dessen Rat wir gerne befolgten. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und die von ihm übernommenen Aufgaben mit dem gleichen Pflichtgefühl und Respekt für seine bereits erbrachten Leistungen weiterführen.

Wir werden alles in unseren Kräften stehende tun, um die Erforschung dieser immer noch unheilbaren Nervenerkrankung mit Hilfe Ihrer Spendengelder finanziell zu unterstützen und um den Menschen, die ihr Leben mit der Diagnose „ALS“ meistern müssen, Hoffnung für eine Chance auf zukünftige Heilmethoden zu geben.

Im respektvollen Gedenken an alle, die ihr Leben im Kampf gegen diese tückische Krankheit verloren haben und mit Hochachtung für alle, die ihre Energie täglich für die Suche nach einem Heilmittel einsetzen, möchten wir Ihnen als Initiatoren der Initiative auch im Namen von Klaus Theo Schröder noch einmal ganz herzlich für Ihre bisherige Unterstützung danken.

Durch Ihre Spendenbereitschaft leisten Sie als „Botschafter einer guten Sache“ nicht nur einen konkreten finanziellen Beitrag sondern bringen im Hinblick auf die gelebte, soziale Ethik in unserem Wertesystem allen betroffenen Menschen zugleich Achtung und Mitgefühl entgegen.
In diesem Sinne schreiten wir trotz des Verlustes unseres Freundes und Kollegen mutig voran und möchten Ihnen als Save the date schon jetzt den 27. September als Termin für die nächste große Gala-Veranstaltung in Berlin ankündigen (siehe ALS-Hilfe 02). Wir freuen uns schon jetzt auf diese Begegnung.

 

 

 

Nachruf auf Klaus Theo Schröder | Von Thomas Meyer

Klaus Theo Schröder war eine gesundheitspolitische Institution. Als Arzt, der neurologisch Schwerstkranke behandelt, war mir Klaus Theo Schröder bekannt, bevor ich Ihn persönlich kennenlernen durfte. Er war wesentlicher Wegbereiter für eine sozialrechtliche Neuausrichtung in Deutschland, die eine Überwindung der Sektorengrenzen zwischen stationärer und ambulanter Medizin vorsah – zugunsten von Patienten mit seltenen, komplexen und schweren Erkrankungen.

Im Jahr 2008 wurde seine sozialpolitische Vision Wirklichkeit. Die ambulante Versorgung von Schwerstkranken am Krankenhaus bekam eine gesetzliche Grundlage. Die Charité erhielt als erstes Krankenhaus im Land Berlin die Genehmigung, Patienten mit schweren Erkrankungen nicht nur stationär, sondern auch ambulant spezialärztlich zu versorgen. Die erste Genehmigung erging für die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) – eine der schwersten Erkrankungen des Menschen.

Die ALS ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der die Betroffenen vollständig gelähmt und bei vollem Bewusstsein in ihrem eigenen Körper gefangen werden. Fortan sollte die ALS ein wichtiges Thema für Klaus Theo Schröder bleiben. Im April 2008 beschwor er auf der Benefizgala „Charity for Charité“ den Kampf gegen die ALS und betrachtete die ALS-Problematik als Paradigma für komplexe sozialmedizinische Versorgung, Patientenautonomie und Palliativmedizin. Dabei vertrat er einen modernen Dualismus von optimaler medizinischer Versorgung und zukunftsorientierter Therapieforschung.

Im Mai 2011 hat sich eine intensive Arbeitsbeziehung mit Klaus Theo Schröder entwickelt, die sich durch sein bürgerschaftliches Engagement zugunsten der ALS ergab. Er gründete gemeinsam mit Jürgen Großmann und Detlef Prinz die Initiative »Hilfe für ALS-kranke Menschen«, deren Ziel darin besteht, Unterstützer in Politik, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft zu bündeln, um die ALS-Therapieforschung zu stärken. Ihm ging es in seinem Wirken als Gesundheitspolitiker und Förderer der Telemedizin in Deutschland um die Verknüpfung von Medizin, Technologie und sozialer Verantwortung.

So betrachtete er Technologie einschließlich der elektronischen Gesundheitskarte und telemedizinischer Konzepte als ein sozialmedizinisches Werkzeug im Dienste des Menschen. Ganz im Sinne von Klaus Theo Schröder beinhaltet das erste Projekt seiner ALS-Initiative das Internetportal AmbulanzPartner.de, das ein koordinatives Fallmanagement für ALS-kranke Menschen mit einer web-basierten Versorgungsplattform verbindet. Mit diesem erfolgreichen Vorhaben hinterlässt er ein Vermächtnis, das Menschen mit ALS durch konkrete Hilfs- und Behandlungsangeboten unterstützt und täglich gelebt wird.

Schon bei meiner ersten Begegnung mit Klaus Theo Schröder im Jahr 2008 haben mich die Klarheit seines Denkens, sein strategischer Imperativ und die gleichzeitige Diskretion und Bodenständigkeit beeindruckt. Ich empfinde es als Privileg, dass ich in den folgenden Jahren mit Klaus Theo Schröder zusammenarbeiten konnte. Jetzt erlebe ich seinen Tod als schweren gesellschaftlichen, intellektuellen – und menschlichen Verlust.

Prof. Dr. med. Thomas Meyer ist Leiter der ALS-Spezialambulanz an der Charité in Berlin.