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Kinostart des ALS-Films „Das Glück an meiner Seite“

Filmrezension von Prof. Dr. Thomas Meyer, Leiter der ALS-Ambulanz der Charité   17.04.2015

Plakat des ALS-Films „Das Glück an meiner Seite“. Er läuft seit 16. April 2015 im Kino.

Nach der „ALS Ice Bucket Challenge“ im Sommer 2014 und dem Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ über den an ALS erkrankten Physiker Stephen Hawking (Oscar-Auszeichnung 2015) erhält die ALS seit dem 16. April 2015 erneut prominente mediale Aufmerksamkeit: Das Filmdrama „Das Glück an meiner Seite“ startet in den deutschen Kinos. Bereits im Vorfeld erhielt ich die Chance, den Film bei einer Preview anzuschauen.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin Hilary Swank stellt die 36-jährige Pianistin Kate dar. Kate erkrankt an ALS. Für sie und ihren Ehemann Evan wird ihr ursprünglicher Lebensentwurf zerstört. Evan ist als Anwalt tätig und benötigt für die Pflege von Kate eine pflegerische Hilfe, die sie in der unzuverlässig erscheinenden Studentin Bec finden. An dieser Stelle entsteht eine unerwartete Freundschaft, die ein wenig an die Konstellation in dem französischen Film „Ziemlich beste Freunde“ erinnert. Die ALS-Betroffene Kate und die Studentin Bec kommen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Im Laufe der Erkrankung entstehen jedoch eine tiefe Freundschaft und gegenseitige Inspiration.

Eine besondere Stärke des Films liegt in der Beziehung der ALS-Patientin Kate mit ihrem Ehemann Evan. Hier wird die typische Hollywood-Konstellation verlassen und eine Nähe zur Wirklichkeit erreicht, wie sie sich vielfach in ALS-betroffenen Familien zuträgt. Die Beziehung des Ehepaares wird einer Belastung ausgesetzt und in dramatischer Weise auseinander gebracht. Es kommt zu einer Affäre von Evan mit einer anderen Frau, die für alle Beteiligten glücklos bleibt.

Die Affäre ist in erster Linie der Logik von Hollywood-Filmen geschuldet, aber der Film schafft es dennoch, die reale Dramatik der ALS-Erkrankung zu erzählen, die auch jenseits von außerehelichen Affären einen Verlust von Intimität und eines gemeinsamen Lebensentwurfs bedeuten kann. Dem Film gelingt es, die unterschiedlichen Perspektiven und Belastungen der betroffenen Kate und des pflegenden Ehemanns Evan zu beschreiben.

Das Glück an meiner Seite“ verzichtet auf angenehme Weise auf eine Wertung und Moralisierung und belässt es bei einer beiderseitigen Trauer über die Veränderung ihrer Beziehung, die den Belastungen der ALS letztendlich nicht gewachsen war. Es wäre kein Hollywood-Film in Starbesetzung, wenn es nicht zwischen Kate und Evan, aber auch der fürsorglichen Helferin Bec, zu einem versöhnlichen Moment kommen würde. Auch dieses Versprechen löst der Film ein.