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Gründungsdinner
erbringt 360.000 Euro

Start der Initiative »Hilfe für ALS-kranke Menschen«

Am Pult Jürgen Großmann, Initiator der Initiative »Hilfe für ALS-kranke Menschen«. Foto: Christian Kruppa

Am Mittwoch, dem 5. Oktober 2011, kamen in Berlin sechzig Menschen zusammen – um zu hören und zu helfen. Zu hören, was es mit der ALS-Erkrankung auf sich hat und welche Maßnahmen geeignet sind, gegen die Krankheit vorzugehen. Und zu helfen durch Geldzuwendungen, um diese Maßnahmen zu finanzieren. Auf dem Foto oben spricht Jürgen Großmann zu den Gästen des Gründungsdinners der Initiative »Hilfe für ALS-kranke Menschen«, die sich an diesem Abend im Alma Schlosshotel im Grunewald versammelt haben. Die Gäste bekamen einiges Grundsätzliches über die bisher unheilbare Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu hören.

Dr. Jürgen Großmann, der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, berichtete vom Fall des RWE-Mitarbeiters und IT-Spezialisten Matijas Ðerek, dessen ALS-Erkrankung den Anstoß für die Bildung der Initiative gegeben hatte. Der Verleger Prof. Detlef Prinz verlas dessen Grußworte vor den Gästen.

Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder sprach über den ALS-Fall, der sich in seinem Bekanntenkreis zugetragen hatte. Hier war es der Maler Jörg Immendorff, der starb, noch bevor er das Kanzler-Porträt beendet hatte, das jetzt im Kanzleramt hängt. Gerhard Schröder hat sich bereit erklärt, für die Initiative »Hilfe für ALS-kranke Menschen« als Schirmherr zu wirken.

Dr. Eckart von Hirschhausen bei der Ermunterung:
ohne Geld keine Gesundheit.
Foto: Christian Kruppa

Der ehemalige Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium Dr. Dr. h.c. Klaus Theo Schröder erläuterte das Konzept bürgerschaftlichen Engagements, das die Initiative verfolgt: den Patienten schnell und nachhaltig zugleich zu helfen – einerseits durch klinische und Versorgungsforschung und andererseits durch Stärkung der Grundlagenforschung. Sein Resümee: „Ohne private Mittel kämen wir nicht schnell zum Ziel.“

Der Mediziner Prof. Dr. Thomas Meyer von der ALS-Ambulanz der Charité führt das erste medizinisch-wissenschaftliche Projekt der Initiative durch. Er sagte: „Ich bin sehr zufrieden, dass es mit der Initiative erstmalig gelungen ist, alle notwendigen Personen an einem Tisch zu vereinen: Ärzte, Wissenschaftler sowie Vertreter der Politik, Medien und Wirtschaft. Das ist für mich – auch stellvertretend für die Betroffenen – ein starkes Symbol und ein Meilenstein im Kampf gegen ALS.“

Christiane Gräfin zu Rantzau bei der
Versteigerung: es werden über 360.000 Euro.
Foto: Christian Kruppa

Derart auf die Problematik eingestimmt, kam es dem Mediziner und Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen zu, die Gäste gedanklich auf den Zusammenhang von Gesundheit und Geld einzustimmen oder umgekehrt auf die Notwendigkeit, Krankheit mit allen Mitteln, intellektuellen und eben auch finanziellen, zu bekämpfen. Damit war das Stichwort für das zweite Anliegen des Abends gegeben: nach dem Hören kommt das Helfen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier und Hartmut Ostrowski, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, nach dem Dinner: Politik und Wirtschaft im Bündnis gegen ALS. Foto: Christian Kruppa

Jetzt schlug die Stunde für Christiane Gräfin zu Rantzau. Von Berufs wegen für das Londoner Auktionshaus Christie’s tätig, sollte sie nun Gemälde und andere Gaben meistbietend versteigern, deren Erlös der ALS-Forschung zugute kommen wird. Drei Künstler hatten für diese Auktion Kunstwerke gestiftet, von denen zwei auch anwesend waren, Thomas Kaemmerer und Markus Lüpertz. Der dritte, Anselm Kiefer, war mit seinem Kunstwerk Das Goldene Vlies präsent. Die Versteigerung erbrachte insgesamt über 360.000 Euro.

Gast Otto Schily, Schirmherr Gerhard Schröder und Spender Markus Lüpertz: Politik und Kunst stehen zusammen, wenn es um Hilfe für ALS-kranke Menschen geht. Foto: Christian Kruppa

Das reicht aber nicht für die Finanzierung einer ALS-Stiftungsprofessur. Sie soll die erste in Deutschland werden und wird Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro verursachen. Die restlichen Mittel will die Initiative in den nächsten Monaten einwerben.