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„Er hätte eine multiprofessionelle Versorgung wie jene durch die ALS-Ambulanz sehr geschätzt“

Interview mit Claudia Peppel, Betreuerin des Nachlasses von Patrick Vernon, aus dem zwei Werke auf der ALS-Gala versteigert wurden 21.12.2015

Patrick Vernon wird 1958 in Saintes im Westen Frankreichs geboren. Er beginnt früh zu zeichnen. 1981 geht er nach London und Berlin, 1983 nach Paris und ab 1990 lebt er in Madrid. Im Spätsommer 1997 verspürt er Empfindungsstörungen erst in einem Bein, dann in einem Arm. Ratlose Ärzte konfrontieren ihn mit unterschiedlichen Vermutungen, bis schließlich ALS diagnostiziert wird. Ab dem Frühjahr 1998 lebt er, auf den Rollstuhl angewiesen, in einem Pflegeheim. Er stirbt am 13. Juni 1998 in einer Spezial­klinik in der Nähe von Toulouse. Foto: privat

Patrick Vernon starb 1998 wenige Monate nach seiner ALS-Diagnose im Alter von nur 40 Jahren. So konnte er seine Kunst nicht mehr bekannter machen. Wie würden Sie seine Arbeiten beschreiben und was schätzen Sie besonders daran?

Seine Bilder sind dem Erlebnis von Formen und Farben gewidmet, sie sind empfindsam und poetisch und zugleich auf eine eindringliche Weise sehr gegensätzlich: Sie bewegen sich zwischen Ironie und Verzweiflung, zwischen malerischen und grafischen Polen, aber auch zwischen abstrakter und figürlicher Darstellung. Auch Linien, Farben und Figuren sind zart und ausdrucksstark zugleich. Zudem scheint Vernon immer auf der Suche nach einer Synthese aus Intuition und Präzision der Form. Das gefällt mir.

Sie haben dieses Jahr zwei Werke von Patrick Vernon für die Auktion im September 2015 gespendet. Im Jahr 2013 hatten Sie bereits drei seiner Arbeiten zugunsten ALS-Betroffener in die Auktion gegeben. Wie kam es dazu?

In 2013 habe ich bei der Planung der ersten großen Vernon-Retrospektive viel positiven Zuspruch von der ALS-Ambulanz erfahren, die damalige Spende hat sich in diesem Kontext dann einfach so ergeben. Zudem versuche ich, mit dem Nachlass in seinem Sinne umzugehen, sofern das überhaupt möglich ist. Da wir uns sehr gut kannten und ich ihn in seinen letzten Lebensmonaten häufig gesehen und gesprochen habe, weiß ich, dass es damals, als er 1997-98 an ALS litt, wenig professionelle Hilfe im Alltag gab und er eine multiprofessionelle Versorgung durch die ALS-Ambulanz und die Unterstützung durch das AmbulanzPartner-Netzwerk vermutlich sehr geschätzt hätte. Außerdem sehe ich es als großes Glück an, dass es Patricks Werke gibt, die ihn überdauern, aber auch bezogen bleiben auf sein Leben.

Welche Hoffnungen verbinden Sie mit Ihrer Spende?

Ich hoffe, dass durch die Initiative „Hilfe für ALS-kranke Menschen“ mehr Geld für die Forschung zusammenkommt, um endlich Therapiemöglichkeiten zu finden. Und dass denjenigen, die an ALS erkrankt sind, ein selbstbestimmtes, angstfreies Leben ermöglicht wird. Für Patrick Vernon erhoffe ich mir mehr Bekanntheit und Würdigung seines Werks, weitere Ausstellungen wären sicherlich in seinem Sinne.

Hier finden Sie die Website des Künstlers: www.patrickvernon.de